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Swiss Champ is back

Blogger-Urgestein Chris ist mit seinen Splitterbrötchen einem Phänomen auf der Spur, das jeder kennt: Ein Gegenstand des täglichen Bedarfs verschwindet. Der ganze Haushalt wird auf den Kopf gestellt. Das Scheiß-Ding bleibt verschwunden. Du bestellst es neu und findest es wieder - manchmal schon bevor der DHL-Bote das Treppenhaus verlassen hat.

Zwei knapp angebrochene Literflaschen Balistol stehen unter meiner Spüle. Ein komplettes Bürsten-Set zur Fahrradpflege befindet sich seit einigen Jahren nun im Doppelpack in meinem Besitz. Set 1 nach der Bestellung des Neu-Sets unterm Autositz gefunden. Manchmal machst Du nicht mehr.

Chris Kurbjuhn ist es nun mit einer Arbeit aus dem Bereich Grundlagenforschung gelungen, eine virtuelle Ausprägung des Forschungsgegenstands sichtbar zu machen - in der Fachwelt spricht man schon von Verklüngeln 4.0.

Sein Office-Messer war abhanden gekommen. Mit Gemüseresten in der Berliner Woche  eingerollt und in der Bio-Tonne entsorgt? Möglich. Nach akribischer Suche dann der Entschluss: Ein neues Messer muss her. Kurbjuhn rezensierte dann ausführlich über das neue beste Stück und siehe da, dass längst verschütt geglaubte Office tauchte wieder auf der Bildfläche auf. Kann das Zufall sein?

Mit der hemdsärmeligen Anwendung von Begriffen aus der Kybernetik auf alltägliche Phänomene hat schon die Systemtheorie Anfang der '90er (Luhmann!) ihre einschlägigen Erfahrungen gemacht. Kurbjuhn vermeidet strikt den Begriff "virtuelle Kopplung". Der alte Fuchs weiß, dass die Meute der Wissenschaftspresse angeführt von Science und Proccedings nur darauf wartet, ihm die Bude einzurennen.

Es ist gerade mal einen Monat her, da rief Kurbjuhn in seinem Blog die Leserschaft zu einem einzigartigen Feldversuch auf: "Wenn Sie seit längerem einen Gegenstand vermissen, teilen Sie mir bitte Näheres in einem Kommentar oder einer Mail mit. Ich erwähne ihn in den nächsten Splitterbrötchen, und wenn er dann wieder auftaucht, sind wir möglicherweise einer ganz, ganz großen Sache auf der Spur."

Ich meldete ein Swiss Champ von der Firma Victorinox als verschollen - ein Werbegeschenk der Ruhrkohle. Das Ding verschwand irgendwann im Herbst 2010. Ich war gar nicht mal so unglücklich, da ich nun einen guten Grund hatte mir ein Multitool aus gleichem Hause anzuschaffen - liner lock und bessere Zange. Ein häufig genutztes Feature des alten Swiss Champ fehlte allerdings: Der eingebaute Kuli.

Wie dem auch sei. In der vergangenen Woche berichtete ich meiner Mutter von Kurbjuhns Experiment. "Taschenmesser? So'n rotes? Liegt bei Deinem Vater im Schreibtisch." Nachgeschaut. Jaha, das ist schon richtig. Da liegt ein Schweizer Taschenmesser. Aber das ist ein Spartan und nicht das Swiss Champ. Kein schlechtes Gerät. Aber keine Zange, kein Kreuzschlitz und Kuli hat es auch keinen eingebaut.

Gestern dann der Hammer: Bei meiner Mutter quietscht eine Führungsrille vom Rollo. Ich wühle im Keller auf der Suche nach Silikonöl und finde das:


In der Vergrößerung erkennt man links auf der großen Klinge noch gut das alte Logo der Ruhrkohle. Die Ausstattung wurde mittlerweile auch überarbeitet. Es ist ein Haken hinzugekommen und die Lupe sieht 2017 auch anders aus.

Bevor Chris nun seiner Entdeckung weltweit gehypt wird und er möglicherweise mit einer Geschäftsidee durch die Decke geht, freue ich mich, dass ich hier im hintersten Winkel des Internets einen kleinen Vorabbericht geben konnte.

En bald.

Kommentare

Chris Kurbjuhn hat gesagt…
Danke, Fantastische Sache. Warte nur noch auf das Wiederauftauchen von Fressacks Socke, dann geht die Post ab.

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